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Der virtuelle Friedhof

Aus der Arbeit an meiner persönlichen Website kam mir die Idee, diese Präsentation eines Lebens auch für andere Leute anzubieten, für Lebende und für Verstorbene. Ein Film über eine Künstlergruppe (Sternstunden Kunst vom ......), die das in ganz anderer Weise für einen Menschen exemplarisch inszeniert hat, regte mich an, die Idee weiter zu verfolgen, niederschwelliger, bescheidener. Auch der Tod unserer Tochter Barbara hat diese Idee aktualisiert. Wir wollten zuerst ein Heft anfertigen lassen mit den Ansprachen der Beerdigung. Nun haben wir doch nichts gemacht. Das Internet wäre ein wunderbares Medium, das Gedächtnis eines Menschen schön und sinnreich zu präsentieren. (2.2.2008)

 

Das Projekt, verstorbenen Menschen auf dem Internet eine Erinnerung zu schaffen, erachte ich inzwischen als zu ambitiös. Ein Menschenleben ist so vielfältig, fascettenreich, tief und unergründlich, dass wir diese Aufgabe, das Leben eines Menschen zu erinnern, besser unserem Gott überlassen. Bei uns Menschen gibt es Moden, Beschränktheiten, technische Grenzen usw., welche das Bild eines Menschen verstellen. Es soll hier in gewissem Sinne das Bilderverbot zum Zuge kommen. Ich kann unter meinem Namen mein eigenes Leben auf dieser Website präsentieren - das habe ich zumindest selber zu verantworten, auch die Herausforderung, nicht mehr zeigen zu wollen, als was da ist und lebt und echt ist. (15.5.2010)